Blogparade #digitalLEBEN: 10 Antworten

Die 10 Fragen der Blogparade #digitalLEBEN  sind mir in den letzten Wochen schon das ein oder andere mal vor die Nase getwittert worden. Tatsächlich haben mich der Blogbeitrag von Ninia LaGrande und ein Gespräch mit Anna-Lena (hier ihr Beitrag: Blogparade #digitalLEBEN) überzeugt, mitzumachen.

Ich bin in keiner Partei, finde den Diskurs aber so wichtig, dass ich gerne daran teilnehme.

 

And here we go:

1. In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…

vor allem Zugang zu mehr Informationen, Menschen, Gruppen, Ländern, Ideen und Visionen.

2. Mein Computer ist für mich…

Arbeits-, Gebrauchsgegenstand, Kommunikationsmittel, Informationsmittel und Hobby – sofern ich “Computer“ synonym für jegliche internetfähige Devices verwende.

3. Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…

Ihr meint DIE größte Chance?

Oder doch einfach, was es für mich bedeutet? Siehe Frage 1.

4. Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass… dafür sorgen, dass…

  • die Privatsphäre immer geschützt wird (online und offline)!
  • Menschen /Gruppen bei der Internetnutzung nicht außen vor bleiben: was sowohl den Zugang als auch das Verstehen und die Nutzung betrifft.

5. Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…

Ich bin kein “digital native“ und trotzdem erinnere ich mich nur an ein digitales Leben. Das ist doch nichts, was man ein- oder ausschaltet, sondern sich weiter entwickelt. Deshalb freue ich mich auf den Zeitpunkt, an dem mein Kühlschrank mir mitteilt, was ich einkaufen muss. Ich verstehe nicht, warum es in Zügen an WLAN und Steckdosen mangelt. Und trotz der Begeisterung werde ich nicht jedem Trend und jedem Gadget hinterher rennen.
Aber all die Dinge, die für mich eine Erleichterung meines Lebens darstellen, sind willkommen. Solange ich die Entscheidung über deren Einsatz treffen kann und sie für mich Entertainment oder Nutzen bedeuten.

6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?

Die Digitalisierung bringt das, was man aus bzw. mit ihr macht – unabhängig vom Alter. Um die Potenziale zu nutzen, braucht es allerdings einen sicheren Umgang damit und Wissen darüber.

7. Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?

Die Veränderungen gehen so schnell, dass wir nur mit lebenslangem Lernen erfolgreich sein können. Erfolgreich worin? Im Beruf und im beruflichen / internationalen Wettbewerb. Ich finde es wichtig, Menschen nach ihren Fähigkeiten zu fördern und ihnen Entwicklungsangebote zu machen. Nicht jeder muss programmieren können. Nicht jeder muss verstehen, wie eine Webseite funktioniert. Genauso wenig muss ein Programmierer wirtschaftliche Zusammenhänge abbilden, Konzepte entwickeln oder Verträge verhandeln können. Und trotzdem kann jeder dieser Jobs direkt mit der Digitalisierung zusammenhängen oder von ihr beeinflusst sein.

Wie vermittelt man also Wissen über die Digitalwirtschaft, über Software zur Prozessoptimierung, über die Produktion von Hardware, über Lizenzbestimmungen digitaler Produkte etc. ?

Bezogen auf Schulen: Ja, redet in den Schulen über das Internet (Medienkompetenz) und zeigt Anwendungsfälle (Programmierung, Hardware- und Softwarehacks) auf.

Und unterstützt all diejenigen durch Kampagnen und Angebote, die sich ebenfalls damit beschäftigen möchten und nicht mehr zur Schule gehen (< 100+ Jahre). Die Entwicklung wird weitergehen: Wir müssen Neugier, Flexibilität und Wissen lehren und lernen. Und wir müssen begreifen, dass alles was wir sehen, nicht das Ende einer Entwicklung ist.
Außerdem müssen wir lernen, genauer hinzuschauen, mehr zu hinterfragen und nichts als gegeben anzunehmen.

8. An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?

Die Realität sieht in einigen Firmen und für manche Arbeitsmodelle nicht so aus.

Und die häufig verwendete Schlussfolgerung “an jedem Ort arbeiten“ bedeutet automatisch “ständig erreichbar sein“, sollten wir auf ihre Richtigkeit prüfen und diskutieren. Ansonsten wirkt es wie ein Schreckgespenst, das jegliche Lust am Digitalen vermiest.
Außerdem stellt sich die Frage: was ist diese “Arbeit im digitalen Zeitalter“? Jede Aufgabe benötigt das richtige Werkzeug. In einigen Fällen ein Blatt Papier oder Post-its, in anderen Fällen kollaborative Online-Tools und in wieder anderen Fällen offline Meetings.

Im Endeffekt handelt es sich um keine neue Erkenntnis: wähle das richtige Werkzeug, um eine bestimmte Aufgabe bestmöglich zu lösen. Danach richtet sich dann auch der Ort.

9. Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?

Lebenslange Bildung unterstützen und fördern! Wer denkt, das wäre nur Aufgabe der Schulen oder Unternehmen, wird viele Ressourcen und Möglichkeiten nicht nutzen.
Außerdem müssen wir die Rahmenbedingungen regelmäßig überprüfen. Und das bedeutet, dass wir z.B. über Datenschutz und das Urheberrecht reden müssen. Aber so, dass niemand verliert, sondern wir alle gewinnen. Die Frage ist nur: wer soll das tun?

Und es geht um die Förderung von Visionen und Geschäftsmodellen abseits des Mainstream. Kann es z.B. wirklich zielführend sein, Geschäftsideen von der Crowd finanzieren zu lassen und erst zu unterstützen, wenn sich die Idee als erfolgreich herausgestellt hat?

10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…

sie sich für Privatsphäre stark macht, mehr noch: sie uns wieder zurück gibt! Und, dass sie uns vor politischem, wirtschaftlichen und geheimdienstlichen Missbrauch unserer Daten und Informationen schützt.

Und ich erwarte kluge Kampagnen abseits einer Schwarz-Weiß-Malerei, die alle zur Teilnahme an der „Digitalisierung“ anspricht und erklärt, was Digitalisierung überhaupt bedeutet.

Ich erwarte, dass regionale und lokale Angebote gefördert werden, die sich dafür einsetzen, dass jeder die Möglichkeiten „der Digitalisierung“ kennen lernen kann und zu nutzen weiß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *